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Gebärmutterentfernung

Die Gebärmutterentfernung wird medizinisch auch Hysterektomie genannt. Das Wort setzt sich aus den griechischen Wortteilen »Hyster« (Gebärmutter) und »ektomie« (herausschneiden) zusammen.

In folgenden Fällen kann eine Gebärmutterentfernung notwendig sein:

  • bei Krebserkrankungen der Gebärmutter
  • bei Tumoren eines oder beider Eierstöcke
  • bei Muskelgeschwulsten (Myomen) der Gebärmutter
  • bei bedrohlichen Blutungen der Gebärmutter, z.B. durch einen Riss in der Gebärmutterwand
  • bei ständig wiederkehrenden Blutungen, die z.B. durch eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut hervorgerufen werden können
  • bei einem Gebärmutterprolaps (Dies ist ein Vorfall der Gebärmutter, bei dem die Gebärmutter teilweise oder vollständig vor den Scheideneingang treten kann.)
  • bei schweren Entzündungen und Eitergeschwüren im Bereich der inneren Geschlechtsorgane.

Operationsarten

Eine Gebärmutterentfernung kann auf vier verschiedene Weisen durchgeführt werden. Die Wahl der Operationsart hängt von der Art der Erkrankung, der körperlichen Verfassung der Patientin und den zu erwartenden Schwierigkeiten, z.B. infolge von Verwachsungen nach vorausgegangenen Operationen oder Entzündungen ab.

Man unterscheidet die

  • Abdominale Hysterektomie- Dabei wird die Gebärmutter über einen Bauchschnitt entfernt.
  • Vaginale Hysterektomie- Der Arzt entfernt die Gebärmutter durch die Vagina.
  • Laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie- Die Gebärmutter wird mittels Bauchspiegelung und vaginalem Zugang entfernt.
  • Totale laparoskopische (per Bauchspiegelung) Hysterektomie.

Gegebenenfalls muss die Operation erweitert werden, z.B. in Form einer zusätzlichen Entfernung der Eierstöcke. Dies kann notwendig sein, wenn während der Operation ersichtlich wird, dass auch diese von einer Erkrankung befallen sind.

Voraussetzung für eine vaginale Hysterektomie ist eine ausreichende Weite der Vagina, was nach mehreren vorausgegangenen Geburten fast immer gewährleistet ist. Auch darf die Gebärmutter nicht zu groß sein. Vorteilhaft an dieser Operationsmethode ist, dass die Operation keine sichtbaren Narben hinterlässt und die Patientin sich oftmals schneller erholt, als nach den anderen Verfahren.

Die laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie und die totale laparoskopische Hysterektomie zählen zu den Operationsverfahren bei welchen nur eine relativ kleine Operationsnarbe zurückbleibt.

Bei einer Krebserkrankung der Gebärmutter wird das abdominale Vorgehen der Eingriff der Wahl, bei sehr frühen Stadien kann ggf. vaginal operiert werden. Jedoch sind auch hier schon laparoskopische Verfahren im Einsatz.

Nach der Gebärmutterentfernung

Nach einer Hysterektomie ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. Regelblutungen finden nicht mehr statt. Bleiben beide Eierstöcke oder nur ein Eierstock erhalten, so werden weiterhin ausreichend Hormone produziert und es sind keine Hormonausfallerscheinungen zu befürchten. Wenn jedoch beide Eierstöcke entfernt werden, dann treten die Symptome der Wechseljahre ein. Bestimmte Medikamente können diese Problematik jedoch lindern oder beseitigen (Hormonersatztherapie). Das sexuelle Empfinden wird durch die Hysterektomie an sich nicht verändert.

Bei psychischen Problemen durch den Organverlust kann die spezielle Betreuung durch einen Psychologen/einem psychosomatisch ausgebildeten Frauenarzt erforderlich sein.